Getrennte Räume

Die Anfrage hat mich berührt: Eine schwer kranke Frau ist nur wenig wach und kann dann nur kurz mit einer Person aus der Familie sprechen. Die Familie vermisst sie, obwohl sie nur durch eine Wand getrennt sind.

Wir sprechen lange. Über Einsamkeit und Zusammengehörigkeit. Und planen dafür ein Ritual, das die Familie fortan wöchentlich durchführen kann. Beim ersten Mal bin ich dabei. Wir sitzen im Wohnzimmer. Stellen uns drauf ein, dass Gott hier ist. Gott überwindet Grenzen, Mauern, Wände. So ist die Kranke mit dabei. Wir sammeln Momente. Jede Person gibt einen Moment, in dem er, in dem sie sich der Kranken diese Woche nahe gefühlt hat. Legt dafür eine bunte Perle in ein Glas. Am Ende haben wir kleine Geschichten. Die kann die eine Person beim nächsten Mal mit der Kranken teilen. So bleiben sie verbunden. In getrennten Räumen. Wir bitten um Segen. Weil die Familie weiß: Wenn Gott dabei ist, wird das Schwere etwas leichter.

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